Das kurze Leben der Landesschule

Nach dem zweiten Weltkrieg und mit Gründung der DDR war es nicht mehr möglich, den Betrieb der traditionsreichen ehemaligen Fürstenschulen Schulpforta, St. Afra, St. Augustin und Joachimsthal weiterhin aufrecht zu erhalten.

Modell der LandesschuleAus diesem Grunde wurde die Ev. Landesschule zur Pforte im westfälischen Meinerzhagen gegründet. Dieses neue Internatsgymnasium sollte den Betrieb der Traditionsschulen, die aus ideologischen Gründen für andere Zwecke genutzt wurden, weiterführen. Ziel war es, das humanistische Weltbild und die einzigartige Schülerselbstverwaltung lebendig zu halten.

Durch einen gewaltigen Kraftakt wurde das Internat durch eine Interessen- gemeinschaft aus ehemaligen Schülern (Altpförtner) und Förderern neu erschaffen. Träger dieser Bildungseinrichtung war die Evangelische Kirche von Westfalen. Die Grundsteinlegung erfolgte 1965. Der Betrieb wurde 1968 aufgenommen. Zuerst war das Internat eine reine Jungenschule. In den 1970er Jahren wurde die Koedukation eingeführt und auch Mädchen zugelassen. Luftaufnahme der LandesschuleIm Jahr 1991 erklärte die Ev. Kirche und damit der Träger der Landesschule zur Pforte, dass sie das Schulkonzept nicht mehr tragen werde und sich aus diesem Engagement zurückziehen werde.

Dies bedeutete das Aus für diese junge Schule. Nach dieser Ankündigung gingen die Schülerzahlen dramatisch zurück und die letzen Schüler verließen die Schule Mitte der 1990er Jahren. Nachdem es kein tragendes Konzept für die Weiternutzung der Schule gab, wurde sie in den Jahren 2004/2005 abgerissen. Lediglich das Rektorenhaus wird heute durch Privatpersonen weiterbewohnt. MG

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